Munich Startup
Women in Tech: Anna Hocker von BauGPT

Women in Tech: Anna Hocker von BauGPT

Saskia Doll

Saskia Doll

17. Dezember 2025

3 Min. Lesezeit

Munich Startup: Was hat dich zur Gründung motiviert?

Anna Hocker: Mir war immer klar, dass ich etwas aufbauen möchte, das größer ist, als ich selbst. Ich komme aus einer Unternehmerfamilie und wusste schon immer, dass ich auch diesen Weg einschlagen möchte. In meinen vorangegangenen beruflichen Stationen habe ich gelernt, dass der Fachkräftemangel das größte Problem unserer heutigen Zeit ist und Technologisierung die größte Chance ist, dem Problem Herr zu werden.

Munich Startup: Was hättest du gerne vor deiner ersten Gründung gewusst?

Anna Hocker: Wie schwierig es ist, eine Unternehmenskultur neu aufzubauen, wenn die Firma zu großen Teilen remote ist.

Business-Angels als Ratgeber

Munich Startup: Wie ist dein Unternehmen bislang finanziert?

Anna Hocker: Wir sind stolz, einige tolle Investoren zu haben. In der letzten Finanzierungsrunde 2024 haben wir mit UVC Partners und Redstone zwei sehr erfahrene VCs für uns gewinnen können. Davor in der Pre-Seed Runde haben uns viele Angels unterstützt, die nach wie vor zu unseren größten Mentoren und Ratgebern zählen.

Munich Startup: Wann und wo bekommst du die besten Ideen?

Anna Hocker: Entweder im Dialog mit Sparringspartnern oder immer dann, wenn ich eigentlich nicht proaktiv danach suche, zum Beispiel beim Sport, beim Kochen oder kurz vor dem Einschlafen.

Munich Startup: Was sind deine 3 liebsten Arbeitstools?

Anna Hocker: Gute alte To-Do-Listen, N8n, Demodesk (übrigens auch ein female-founded Münchner Startup).

„Fake it till you make it”

Munich Startup: Dein Top-Tipp zum Thema “Pitchen”?

Anna Hocker: Selbstbewusstsein und Positivität ist alles – notfalls fake it till you make it. Männern fällt das meistens leichter, ist meine Erfahrung.

Munich Startup: Erscheint es dir gerade als eine gute Zeit, um zu gründen? Warum?

Anna Hocker: Ich glaube, Automatisierung und KI geben uns jetzt viel bessere Möglichkeiten, schnell digitale Produkte auf die Beine zu stellen, an denen man sonst ewig arbeiten musste. Außerdem wird das Bewusstsein für Innovation immer stärker auch in Deutschland und der EU.

Munich Startup: Auf welche Technologie oder Branche würdest du bei deiner nächsten Gründung setzen?

Anna Hocker: Definitiv wieder KI-basierte Lösungen gepaart mit echtem Industriewissen. Die Bauindustrie ist auch selbst attraktiv für Gründungen, weil man hier noch richtig was bewegen kann, da sie noch nicht so durchoptimiert ist wie andere Industrien. Oder irgendwas komplett offline, weil ich glaube, dass Offline-Experiences wieder viel wichtiger werden.

München bietet gut aufgestelltes Ökosystem

Munich Startup: Was könnte aus deiner Sicht am Gründungsstandort München noch verbessert werden?

Anna Hocker: Das eigentliche Gründen ist teuer und mühsam, die steuerlichen und rechtlichen Voraussetzungen für Mitarbeiter- bzw. Gründerbeteiligungen an Firmen und Exits ist kompliziert, häufig auch sehr teuer und gegebenenfalls unattraktiv dadurch. Das ist aber nicht nur in München, sondern in ganz Deutschland eine Herausforderung, die schade und schädlich für den Gründungsstandort ist.

München an sich ist aber ein tolles Umfeld und Ökosystem, da wir mit der TUM und der LMU sehr gut aufgestellt sind und sich auch immer mehr Risikokapitalinvestoren hier ansiedeln anstatt oder zusätzlich zu Berlin.

Munich Startup: Welche Gründerin oder welchen Gründer würdest du gerne einmal persönlich treffen? Und was würdest du sie oder ihn fragen?

Anna Hocker: Die Flix-Gründer, weil sie für uns ein großes Vorbild sind, was die Expansion in die USA angeht.

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