Munich Startup
Energyminer: „Wir lösen die ökologischen Probleme der klassischen Wasserkraft“

Energyminer: „Wir lösen die ökologischen Probleme der klassischen Wasserkraft“

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

27. Juni 2022

3 Min. Lesezeit

Munich Startups: Was macht Euer Startup? Welches Problem löst Ihr?

Energyminer: Energyminer entwickelt und betreibt neuartige kinetische Wasserkraftwerke. Wir lösen die ökologischen Probleme der klassischen Wasserkraft. Durch unsere Wasserkraftwerke bleiben die Flüsse in Ihrer natürlichen Form erhalten bzw. mit unseren Anlagen wird eine Renaturierung möglich, wobei gleichzeitig Strom aus Wasserkraft gewonnen wird. Fische werden bei uns zu 100 Prozent geschützt und können die Anlagen ungestört passieren. Die Anlagen schwimmen im Fluss. Man kann sich das vereinfacht als kleines Windrad mit Schutzrahmen im Wasser vorstellen. Die Installation erfolgt völlig ohne Beton oder Staumauer.

„Ein völlig neues Anlagenkonzept“

Munich Startups: Aber das gibt’s doch schon längst!

Energyminer: Grundsätzlich ja. Die Konkurrenten, die sich vor uns auf dem Gebiet versucht haben, sind jedoch allesamt gescheitert. Wesentlicher Grund war, dass deren Anlagen nicht wirtschaftlich Strom erzeugt haben. Und genau an dem Punkt haben wir angesetzt und uns von Anfang an auf Kostensenkung fokussiert. Wir haben also ein völlig neues Anlagenkonzept mit neuen zum Patent angemeldeten Technologien. Das erlaubt uns zugleich eine dramatische Kostensenkung und erhöht auf der anderen Seite die Energieausbeute. Also bekommen wir mehr Strom zu gleichzeitig viel niedrigeren Kosten. Und so geht die Rechnung plötzlich auf und wir haben hochprofitable Anlagen.

Energyminer GmbH
Die beiden Energyminer-Gründer Richard Eckl und Georg Walder. © Energyminer

Munich Startups: Was ist Eure Gründungsstory?

Energyminer: Wir arbeiten schon seit unserer gemeinsamen Promotionszeit am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TU-München zusammen. Schon damals waren wir fasziniert von Wasserkraftwerken. Aus unserer Arbeit am Lehrstuhl ist jedoch eine neue Batteriekontaktierungstechnologie und BMS-Technologie entstanden, mit der wir zunächst die Firma Invenox GmbH erfolgreich aufgebaut haben. In den vergangenen zwei Jahren haben wir unsere Exits vollzogen und nun die Energyminer GmbH gegründet, um uns nun auf die Wasserkraft konzentrieren zu können. Wir sind ein starkes Team, das schon viele Probleme gemeinsam gelöst hat. Ich kann mich noch an unzählige Nachteinsätze erinnern, um Probleme zu lösen. Irgendwie haben wir es dann stets geschafft.

Munich Startups: Was waren bisher Eure größten Herausforderungen?

Energyminer: Aktuell sind wir auf der Suche nach Investoren. Wir suchen 2 Millionen Euro für die Finanzierung der Entwicklung der Anlage zur Serienreife und zum SOP. Der Markteinstieg ist dann für 2024 mit einer weiteren Investitionsrunde geplant. Hierfür würden uns genehmigte Standorte für Kraftwerke in Flüssen helfen. Wir haben erste Standorte bereits beantragt und warten nun auf die Genehmigung durch die Behörden.

In einem Jahr soll die Pilotanlage von Energyminer laufen

Munich Startups: Wo möchtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Energyminer: In einem Jahr werden bereits mehrere Pilotanlagen in Betrieb sein und unser innovatives IoT-Wartungssystem wird erprobt werden. In fünf Jahren werden wir so viel Strom produzieren wie heute ein Kohlekraftwerk. Energyminer wird dann bereits profitabel arbeiten.

Munich Startups: Wie habt Ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?

Energyminer: Wir fühlen uns am Startup-Standort München absolut wohl. Wir sind hier sehr gut in der Startup-Szene vernetzt. Gerade München bietet für Startups sehr viel. Mit der UnternehmerTUM, dem Gate Garching, Munich Startup und Baystartup, um nur ein paar Einrichtungen zu nennen, bietet München ein tolles Startup-Ecosystem. Ich wüsste nicht wo wir besser aufgehoben sein könnten.

Munich Startups: Schneller Exit oder langer Atem?

Energyminer: Die Mitte. Wir arbeiten klar auf einen Exit hin. Wir wollen einen höchst profitablen Stromproduzenten aufbauen. Dafür wird es dann sicherlich einige Interessenten geben.

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