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Hades Mining will Europas Energie- und Rohstoffsouveränität sichern

Hades Mining will Europas Energie- und Rohstoffsouveränität sichern

Kyrill Ring

Kyrill Ring

Kyrill Ring hat 15 Jahre lang als Live-Reporter fürs Fernsehen gearbeitet und ist seit Juli 2025 als Brand & Communications Manager bei Munich Startup tätig. Hier verantwortet er neben seiner Arbeit als Redakteur für die Webseite neue Formate wie den Videopodcast Pitch&People.

January 6, 2026

4 min. read time

Munich Startup: Was macht Euer Startup? Welches Problem löst Ihr?

Dr. Max Werner, Gründer und CEO Hades Mining: Hades Mining baut Europas erste technologiegetriebene Mining- und Energieplattform. Unser Ziel ist es, Geothermie und kritische Rohstoffe direkt hier in Europa zugänglich zu machen – nachhaltig, unabhängig und skalierbar. Heute importieren wir fast alle kritischen Rohstoffe aus unsicheren Regionen der Welt und sind gleichzeitig abhängig von fossilen Energiequellen. Das macht uns verwundbar und teuer. Klassische Bohr- und Fördermethoden stoßen dabei schnell an ihre Grenzen, gerade in der komplexen europäischen Geologie. Genau hier setzen wir an: Mit unserem Ansatz können wir tieferliegende Energiequellen und Rohstofflager wirtschaftlich erschließen, die bisher unzugänglich waren. Damit leisten wir einen Beitrag zu Europas Energie- und Rohstoffsouveränität – eine der großen Aufgaben dieses Jahrzehnts.

Neue Technologien für Europas geologische Herausforderungen

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Dr. Max Werner: Auf den ersten Blick stimmt das – Geothermie und Bergbau gibt es natürlich schon lange. Aber: In Europa sind die meisten bekannten Methoden an ihre Grenzen gestoßen. Tiefe Bohrungen sind extrem teuer, dauern oft Jahre und scheitern nicht selten an der harten Geologie. Gleichzeitig entstehen riesige Umwelteingriffe. Genau hier setzen wir an. Wir denken den gesamten Prozess neu und entwickeln Technologien, die speziell auf die geologischen Bedingungen Europas zugeschnitten sind. Damit erschließen wir Lagerstätten und Energiequellen, die bisher schlicht nicht erreichbar oder wirtschaftlich waren.

Munich Startup: Was ist Eure Gründungsstory?

Dr. Max Werner: Die Idee zu Hades Mining entstand nicht im Labor, sondern in Gesprächen über Europas Zukunft. Ich lernte Björn im vergangenen Jahr kennen, als er noch COO bei Isar Aerospace war. Wir sprachen zunächst über Raumfahrt, doch schnell drehte sich unser Austausch um die Technologien, die Europa helfen könnten, seine Energie- und Rohstoffabhängigkeiten zu lösen.

Wir erkannten: Der größte Engpass liegt nicht bei der Ressource selbst, sondern bei den Systemen, mit denen wir überhaupt an sie herankommen – beim Bohren. In dieser Phase stieß Dan zu uns, damals angewandter Physiker bei Marvel Fusion. Mit ihm konnten wir unsere Ideen noch tiefer in der Physik verankern.

Aus gemeinsamen Diskussionen wurden erste Tests, aus Tests wurde ein klares technologisches Konzept, und schließlich führten unsere Überzeugung und Ergebnisse dazu, dass wir namhafte Investoren gewinnen konnten. So entstand Hades Mining – mit dem Anspruch, eines von Europas schwierigsten technischen Bottlenecks zu lösen und den Zugang zu Energie und kritischen Rohstoffen neu zu definieren.

Bürokratie, Vision und Münchner Lebensgefühl

Munich Startup: Was waren bisher Eure größten Herausforderungen?

Dr. Max Werner: Für mich persönlich war es ein kleiner Kulturschock: Mein erstes Startup habe ich in London gegründet – schnell, unkompliziert, Gründerfreundlichkeit pur. Als ich dann zurück nach Deutschland kam, habe ich gemerkt: Hier braucht man für jede Unterschrift nicht nur Geduld, sondern oft auch gleich noch einen Notartermin. Und ein extra Sparkonto für die Gebühren. Kurz gesagt: Gründen in Deutschland ist machbar – aber sicher nichts für schwache Nerven.

Munich Startup: Wo möchtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Dr. Max Werner: In einem Jahr möchten wir unser erstes eigenes Bohrsystem unter Realbedingungen testen – und damit zeigen, dass unsere Technologie Europas härtestes geologisches Problem wirklich lösen kann.

In fünf Jahren wollen wir das führende Tech-Mining-Unternehmen Europas sein, das nicht nur Geothermieprojekte ermöglicht, sondern auch den Zugang zu kritischen Rohstoffen sichert. Kurz gesagt: In fünf Jahren soll niemand mehr sagen können, dass Europa an fehlender Bohrtechnik scheitert.

Munich Startup: Wie habt Ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?

Dr. Max Werner: Im Sommer fast zu schön, um im Büro zu sitzen: morgens an der Isar joggen, mittags am Eisbach die Surfer bestaunen – und abends im Biergarten über die nächste Deep-Tech-Revolution diskutieren. Aber genau das macht München für uns so besonders: ein Lebensgefühl, das Talente anzieht, kombiniert mit einem großartigen Deep-Technology-Ökosystem. Für Gründer wie uns ist das die perfekte Mischung.

Munich Startup: Risiko oder Sicherheit?

Dr. Max Werner: Sicherheit ist was für Sparkonten. Wir haben uns für Risiko entschieden – aber für ein Risiko mit Sinn: Europas Zukunft unabhängiger und nachhaltiger zu machen.

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