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Libcycle holt RLG als Mehrheitsgesellschafter an Bord

Libcycle holt RLG als Mehrheitsgesellschafter an Bord

Saskia Müller

Saskia Müller

Nach zwei erfolgreichen eigenen Gründungen und einer langjährigen Tätigkeit in der Presse- und Medienlandschaft verstärkt Saskia nun die Redaktion von Munich Startup.

February 6, 2026

3 min. read time

Das Münchner Startup Libcycle stellt die Weichen für weiteres Wachstum: Das Unternehmen holt die Reverse Logistics Group, kurz RLG, als Mehrheitsgesellschafter an Bord. Die Beteiligung erfolgt im Rahmen der internationalen Wachstumsstrategie der RLG-Muttergesellschaft Reconomy. Für Libcycle bedeutet der Schritt vor allem eines: Skalierung.

Libcycle positioniert sich seit seiner Gründung 2021 als spezialisierter Anbieter für den sicheren Transport und das Handling defekter Lithium-Ionen-Batterien. Mit dem Einstieg von RLG erweitert das Startup seinen Handlungsspielraum deutlich. Künftig kann Libcycle seine Logistiklösungen europaweit ausrollen und stärker in integrierte End-to-End-Services investieren. Dazu zählen Spezialverpackungen, Transport- und Lagerlösungen sowie das Management gefährlicher Abfälle entlang der gesamten Batteriewertschöpfungskette.

RLG bringt dafür ein europaweites Logistiknetzwerk, regulatorisches Know-how und etablierte Rücknahme- und Sammelsysteme ein. Libcycle ergänzt diese Struktur mit seinem bestehenden Partnernetzwerk aus Batterieherstellern, Original Equipment Manufacturer und Recyclern. Gemeinsam wollen die Unternehmen eine paneuropäische Plattform für die gesetzeskonforme Rücknahme und Verwertung von EV-Batterien aufbauen.

Skalierung durch Logistik- und Plattformkompetenz

Libcycle betreibt aktuell mehr als 30 aktive Cross-Docking-Standorte in zentralen europäischen Märkten. Mit RLG als Mehrheitspartner kann das Startup diese Struktur gezielt ausbauen und neue Märkte erschließen. Die internationale Präsenz von Reconomy eröffnet dabei zusätzliche Skalierungsmöglichkeiten über Europa hinaus.

Ein zentraler Hebel liegt in der Verbindung von Logistik und Daten. Durch die Integration in die datenbasierten Tracking-Systeme von RLG stärkt Libcycle seine Fähigkeit, großvolumige und gesetzeskonforme Rücknahmeprogramme umzusetzen, da neue EU-Batterieverordnungen die erweiterte Herstellerverantwortung für Industrie- und Fahrzeugbatterien deutlich ausweiten.

Der Marktdruck steigt parallel. Die erste Generation von Elektrofahrzeugen erreicht zunehmend das Ende ihrer Lebensdauer. Entsprechend wachsen die Mengen an Altbatterien und neuen Materialströmen. Die Europäische Union rechnet bis 2030 mit einem vierzehnfachen Anstieg der Nutzung von Lithium-Ionen-Batterien. Daraus entsteht ein klarer Bedarf an skalierbaren, sicheren und regulatorisch sauberen Logistiklösungen und damit eine Lücke, die Libcycle für sich nutzen kann.

Neben der sicheren Entsorgung rückt auch die Rückführung wertvoller Rohstoffe stärker in den Fokus. Die Systeme von Libcycle und RLG ermöglichen es, Materialien wie Black Mass kontrolliert in die Kreislaufwirtschaft zurückzuführen. Damit adressiert das Münchner Startup nicht nur logistische, sondern auch ressourcenpolitische Herausforderungen der Elektromobilität.

Philip Brunotte, Mitgründer und Geschäftsführer von Libcycle, sagt: 

„Unser Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft für defekte Lithium-Ionen-Batterien durch integrierte Logistiklösungen zu stärken. Der Zusammenschluss mit RLG ist dafür der konsequente nächste Schritt.”

Patrick Wiedemann, CEO von RLG und der Comply-Division von Reconomy, ergänzt:

„Auf Basis unserer bisherigen Zusammenarbeit können wir Herstellern, Händlern und Recyclern künftig noch effizientere und sicherere Lösungen für die Rückgewinnung von Lithium-Ionen-Batterien anbieten.”

Der Mehrheitseinstieg von RLG markiert für Libcycle einen strukturellen Wachstumsschritt. Das Startup agiert in einem stark regulierten Markt mit hohem Kapital- und Infrastrukturbedarf. Der Zugang zu bestehenden Rücknahmesystemen, Logistiknetzwerken und regulatorischer Kompetenz erleichtert die europaweite Skalierung. Inkubatoren für Batterie-Startups helfen zusätzlich, Schwung in den Markt zu bringen.

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