Munich Startup
Marvel Fusion schließt Series-A über 35 Millionen Euro ab

Marvel Fusion schließt Series-A über 35 Millionen Euro ab

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

February 4, 2022

2 min. read time

Die Technologie von Marvel Fusion soll es ermöglichen, Fusionsreaktionen und Energieerzeugung im Vergleich zum bisherigen Standard deutlich effizienter auszulösen. Hierzu setzt das Startup auf eine spezielle Nanostrukturierung seiner Treibstofftargets, um die Umwandlung der Laserenergie in fusionsrelevante Teilchen präzise zu steuern. Auf diese Weise müsste weniger Energie aufgewendet werden als bisher, um das Brennstoffplasma auf die für den Fusionsprozess nötigen Temperaturen zu erhitzen. Hierzu arbeiten die Münchner auch mit Technologiepartnern wie Siemens Energy, Trumpf und Thales zusammen.

„Die Fusionstechnologie hat das Potenzial, Energieerzeugung in großem Stil zu verändern und wesentlich zur Bekämpfung des Klimawandels, einer der größten Herausforderungen für die Menschheit, beizutragen“,

sagt Moritz von der Linden, CEO von Marvel Fusion.

„Gemeinsam mit unseren neuen Investoren und Partnern sind wir nun in der Lage, unsere experimentelle Roadmap und Validierungsstrategie erheblich voranzutreiben und unsere Vision, emissionsfreie Energie für jedermann zugänglich und erschwinglich zu machen, weiter umzusetzen.“

Marvel Fusion „hat das Potenzial, die globale Energieerzeugung grundlegend zu verändern“

Hendrik Brandis, Partner bei Earlybird und künftiges Mitglied im Beirat von Marvel Fusion, kommentiert:

„Im Bereich der Fusionstechnologien erleben wir derzeit weltweit eine echte Aufbruchstimmung. Viel wichtiger aber ist, dass es einen völlig neuen und äußerst vielversprechenden Ansatz für eine disruptive, saubere und sichere Fusionstechnologie ‚Made in Europe‘ gibt: Den von Marvel Fusion. Das Unternehmen hat das Potenzial, die globale Energieerzeugung grundlegend zu verändern. Das zeigt nicht zuletzt die Unterstützung einiger der renommiertesten europäischen Technologieführer. Wir sind stolz, Moritz und sein Team auf ihrem weiteren Weg zu begleiten.“

Die Fusionstechnologie gilt als ein Schlüssel zur sauberen Energieerzeugung. Die dabei angewandte Verschmelzung der Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium setzt weder CO2 noch radioaktive Abfälle frei. Damit diese Reaktion ablaufen kann, müssen jedoch extrem hohe Temperaturen von 100 bis 150 Millionen Kelvin erreicht werden. Extrem starke Magnetfeldern isolieren dann das so entstandene Plasma. Bisher ist es nicht gelungen, eine Fusionsreaktion zu starten, die mehr Energie freisetzt, als für ihren erhalt zugeführt werden muss. Als derzeit vielversprechendstes Projekt gilt der internationale Forschungsreaktor ITER, der derzeit im südfranzösischen Cadarache errichtet wird.

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