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Orbint erhält Investition von Rohde & Schwarz

Orbint erhält Investition von Rohde & Schwarz

Saskia Doll

Saskia Doll

November 19, 2025

3 min. read time

Der Technologiekonzern Rohde & Schwarz geht eine strategische Partnerschaft mit dem Münchner Startup Orbint ein. Das Spin-off der Universität der Bundeswehr München arbeitet seit 2025 an satellitengestützter, signalerfassender Aufklärung. Mit dem Einstieg erweitert Rohde & Schwarz sein Portfolio im elektromagnetischen Spektrum um Anwendungen im Weltraum. Die vier GründerInnen Alexander Schmidt, Simon Heine, Daniel Weinzierl und Winfried Stock entwickeln ein verteiltes Satellitennetz, das Signale nahezu in Echtzeit detektiert, identifiziert und lokalisiert. Die Daten verarbeitet das System bereits an Bord der Satelliten.

Alexander Orellano, Executive Vice President Technology Systems bei Rohde & Schwarz, sagt:

„In der aktuellen sicherheitspolitischen Lage ist Signalaufklärung aus dem Weltraum eine Schlüsselfähigkeit für Europa. Mit Orbint gewinnen wir hierfür einen hochspezialisierten Partner, dessen Kompetenz und Innovationskraft die unsere konsequent ergänzen. Als etablierter Technologiekonzern setzen wir bewusst auf die Zusammenarbeit mit einem Startup. Wir sind überzeugt, dass eine solche Kooperation die Entwicklung moderner Verteidigungs- und Raumfahrttechnologien beschleunigen kann.“

Orbint-Mitgründer Alexander Schmidt betont die Bedeutung des Partners:

„Uns war wichtig, einen Partner zu gewinnen, der nicht nur Kapital einbringt, sondern mit technologischer Tiefe, inhaltlicher Expertise und Marktnähe echten Mehrwert schafft. Rohde & Schwarz verfügt über eine breite technologische Basis und starke Schnittstellen in allen Domänen. In Kombination mit unseren Aktivitäten in der Raumfahrt entstehen daraus neue Potenziale für Innovation und operative Exzellenz. Auf die künftige partnerschaftliche Zusammenarbeit und die gemeinsame Vision freuen wir uns sehr. Zugleich sind wir dankbar für das exzellente Gründungsumfeld und die großartige Unterstützung an der Universität der Bundeswehr München, die unseren Weg von Beginn an begleitet und geprägt hat.“

Orbint: Aus der Forschung in den Einsatz

Orbint entstand aus der Kleinsatellitenmission SeRANIS (Seamless Radio Access Networks for Internet of Space), einem orbitalen Experimentallabor für Kommunikations- und Aufklärungstechnologien. Für Universitätspräsidentin Eva-Maria Kern zeigt das Spin-off, wie sicherheitsrelevante Forschung in die Anwendung gelangt:

„Gründen gehört heute zum Selbstverständnis moderner Technikwissenschaft. Das Spin-off Orbint zeigt eindrucksvoll, dass die Universität der Bundeswehr München mit Dtec.bw gezielt sicherheits- und verteidigungsrelevante Forschung stärkt und Wege in die Anwendung schafft. Ich freue mich, dass wir, gemeinsam mit dem renommierten Technologiekonzern Rohde & Schwarz, durch unsere Entwicklung im Bereich der Satellitentechnologie zur technologischen Souveränität Deutschlands in der Raumfahrt beitragen. Kooperationen wie diese sind zentrale Bausteine, um wissenschaftliche Erkenntnisse nachhaltig in den Dienst nationaler Sicherheit stellen zu können.“

Andreas Knopp, Sprecher des Raumfahrt-Forschungszentrums SPACE und Initiator des SeRANIS Projekts, ergänzt zur Dynamik der Entwicklung:

„In nur fünf Jahren ist uns der Sprung von der Grundlagenforschung zur Ausgründung gelungen. Ein neues Tempo, das wir in Deutschland dringend brauchen, um Innovationen im Sicherheits- und Verteidigungskontext schnell in wirksame Fähigkeiten zu verwandeln. Möglich wurde das durch ein großartiges Team, hervorragende Bedingungen in unserem Forschungszentrum und die Förderung im Rahmen von SeRANIS, dem größten universitären Raumfahrtforschungsprojekt Deutschlands. Von Beginn an haben wir Forschung so gestaltet, dass sie für Industriepartner und die Bundeswehr anschlussfähig ist. Mit Rohde & Schwarz haben wir nun den idealen Partner, um unsere Technologien in operative Systeme zu bringen und den Transfer in die Praxis zu vollenden.“

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