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Talos und Endurosat treiben Icarus 2.0 voran

Talos und Endurosat treiben Icarus 2.0 voran

Saskia Müller

Saskia Müller

Nach zwei erfolgreichen eigenen Gründungen und einer langjährigen Tätigkeit in der Presse- und Medienlandschaft verstärkt Saskia nun die Redaktion von Munich Startup.

January 16, 2026

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Vor einem Jahr kündigte das Münchner Startup Talos gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft an, das Tierbeobachtungsprogramm Icarus 2.0 neu aufzubauen. Nun ist aus der Idee ein handfestes Raumfahrtprojekt geworden: Talos hat mit dem bulgarischen Satellitenhersteller Endurosat eine europäische Partnerschaft geschlossen, um eine eigene Satellitenkonstellation zu realisieren. Unterstützt wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie von der Deutschen Raumfahrtagentur beim DLR.

Der erste operationelle Satellit namens Raven befindet sich bereits in Produktion und soll im ersten Quartal 2026 starten. Bis Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 sollen vier weitere Satelliten folgen. Nach vollständigem Aufbau liefert das System täglich bis zu fünf Datensätze über Tierbewegungen weltweit als Grundlage für Forschung zu Biodiversität, Migration und globalen Ökosystemen.

Raycho Raychev, Gründer und CEO von Endurosat, sagt:

„Wir freuen uns, den Aufbau einer weltraumgestützten Infrastruktur zu ermöglichen, die entscheidende Daten über den Zustand der Tierwelt und der biologischen Vielfalt liefert. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Weltraumdaten dazu beitragen können, die dringendsten Herausforderungen unseres Planeten anzugehen.“

Von der Kooperation zur Konstellation

Während 2025 die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags im Mittelpunkt stand, prägt 2026 der Übergang in die operative Phase das Projekt. Nach dem erfolgreichen Technologietest im November 2025 beginnt nun der Aufbau der Satellitenflotte. Der erste „6U CubeSat“ – kaum größer als ein Schuhkarton – wird derzeit in Sofia gefertigt. Er empfängt per softwaredefiniertem Funkgerät Daten von winzigen Sendern, die an Tieren angebracht sind. Diese messen Standort, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Druck und Beschleunigung.

Talos leitet die Missionsplanung, den Betrieb und die Entwicklung der Tierverfolgungstechnologie. Endurosat stellt die Satellitenplattform bereit und betreibt das Netzwerk von Bodenstationen. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei der Max-Planck-Gesellschaft, während die National Geographic Society zusätzliche Unterstützung bietet und die Technologie über ihr globales Explorer-Netzwerk Forschenden zugänglich machen will.

Gregor Langer, Mitgründer und CEO von Talos, betont:

„Das ist europäische Innovation in Reinform: Ein bulgarischer Hersteller und ein deutsches Startup bündeln ihre Kräfte für ein globales Forschungsprojekt. Mit dem bevorstehenden Start unseres ersten Satelliten wird Icarus 2.0 von der Vision zur Realität.“

Europäische Perspektive und globale Reichweite

Mit Icarus 2.0 entsteht ein vollständig europäisches System, das das ursprüngliche Icarus-Projekt ersetzt, das bis 2022 auf der Internationalen Raumstation ISS betrieben wurde. Der Krieg in der Ukraine hatte die Zusammenarbeit mit der russischen Raumfahrtagentur beendet. Nun sichert eine unabhängige europäische Satellitenkonstellation die Fortführung der Forschung.

Im Unterschied zur Version von 2025 ist das Projekt heute nicht mehr nur eine wissenschaftliche Vision, sondern ein industriell und institutionell getragenes Raumfahrtprogramm. Die Integration von Endurosat markiert den Schritt von einer bilateralen Forschungskooperation hin zu einer europäischen Technologiepartnerschaft. Icarus 2.0 entwickelt sich so vom Forschungskonzept zum funktionsfähigen „Internet der Tiere“, einem globalen Netzwerk, das Tier- und Umweltdaten aus dem Orbit in Echtzeit verfügbar macht.

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