Weniger Promis, mehr Inhalte: Tag 1 der Bits & Pretzels 2024
Maximilian Feigl
Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.
Schon seit jeher treffen auf der Bits & Pretzels Tradition und Moderne aufeinander, und nichts verdeutlicht dies mehr als die zahlreichen Trachten, die sich auf dem Startup-Festival bestaunen lassen. Und ebenso Tradition ist inzwischen das Willkommen durch Moderator Florian Akinbiyi, in diesem Jahr unterstützt durch Lara Sofie Bothur. Und auch die T-Shirt-Kanone ist nicht mehr wegzudenken. Doch schon nach den Grußworten durch Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Ulrich Gotthard verlies das Event die gewohnten Bahnen. Denn durften sich die BesucherInnen in den vergangenen Jahren auf prominente Gäste wie Oliver Kahn oder Arnold Schwarzenegger freuen, die die Bits & Pretzels mit einem Paukenschlag eröffneten, liefen die Dinge in diesem Jahr anders. Tatsächlich verzichtet die Veranstaltung, die auch dafür bekannt ist, Prominente wie Michelle und Barack Obama nach München gelotst zu haben, in diesem Jahr komplett auf branchenfremde Namen auf der Speakerliste. (Bild: Munich Startup)Stattdessen nehmen sich die Bits-Gründer Bernd Storm, Andreas Bruckschlögl und Felix Haas Zeit, zum Auftakt ihrer Veranstaltung über das Motto der diesjährigen Bits & Pretzels zu sprechen: „Kickstart Europe“. Ihr Ziel für die nächsten drei Tage sei es, erklären die drei, nicht nur zu zeigen, wie großartig das europäische Startup-Ökosystem bereits ist, sondern auch weiteres Potenzial freizulegen eine „Energiewelle durch Europe zu senden“. Um dies zu verdeutlichen, baten sie mit VertreterInnen von Estland, Frankreich und Bulgarien nicht nur drei der insgesamt zwölf diesjährigen Länderpartner auf die Bühne. Im Anschluss erhielten auch drei Startups (Kiud aus Estland, Evrotrust aus Bulgarien und Faircado aus Berlin) die Möglichkeit, ihre Ideen vor den BesucherInnen der Konferenz zu pitchen. Außerdem erklärten die Gründer weitere Änderungen am Konzept der Bits: So finden am zweiten Konferenztag zwei zusätzliche Events statt, die weitere Gäste zur Münchner Messe locken sollen. Der Investor Summit versammle rund 1.500 GeldgeberInnen und der CXO Summit bringe rund 300 Corporates und Mittelständler zur Bits & Pretzels – so viele wie nie zuvor. Und auch das Publikum ist größer denn je: Denn nachdem die anvisierten 5.000 Tickets bereits sieben Wochen vor dem Event verkauft waren, entschlossen sich die Veranstalter kurzerhand, das Limit auf 7.500 TeilnehmerInnen zu erhöhen – aus insgesamt 70 Ländern, wie die Veranstalter betonen. (Bild: Munich Startup)Wie im vergangenen Jahr teilt sich die Startup-Expo auch 2024 wieder auf beide Konferenztage auf, was bedeutet, dass Sonntag und Montag unterschiedliche Startups ausstellen. So kommen insgesamt über 200 Jungunternehmen in den Genuss eines eigenen Standes. Viele der ausstellenden Startups nehmen zudem an der Pitch-Competition der Bits teil. Auch hier gab es in diesem Jahr Änderungen: Unter dem Titel „European Pitch Contest“ konkurrieren Startups aus über 30 europäischen Ländern um die Trophäe. Gleich bleibt allerdings der Wettbewerb selbst: Während der beiden Messetage treten die Startups in themenabhängigen Halbfinals gegeneinander an. Die Sieger pitchen dann am Abend des zweiten Bits-Tages auf der Hauptbühne vor großem Publikum. (Bild: Munich Startup)Natürlich findet Ihr auch Munich Startup in der Ausstellung: An unserer Lounge empfangen wir Euch gemeinsam mit Munich Business, der Wirtschaftsförderung der Stadt München. Verschiedene ExpertInnen aus dem Startup-Ökosystem geben Euch Insights und Tipps und stehen bereit, um Eure Fragen zu beantworten. Außerdem erwarten Euch am zweiten Messetag Vorträge zu Themen wie Startup-Finanzierung, Impact Startups und Social Entrepreneurship oder Gründungs- und Startup-Förderung. Und ein Gewinnspiel haben wir auch noch: Dreht an unserem Glücksrad und gewinnt Eis vom verrückten Eismacher oder sogar eine Biermarke für den Schottenhamel. Die Lounge findet Ihr an den ersten beiden Messetagen im Startup-Bereich der Messe, der Halle B0. (Bild: Munich Startup)Natürlich haben die Macher der Bits & Pretzels nicht alle Traditionen über Bord geworfen: Das traditionelle Weißbierkarussell dreht sich wie in jedem Jahr an seinem angestammten Platz. Darum herum haben sich die Ökosysteme versammelt: Aus München, Deutschland und zahlreichen Ländern Europas. (Bild: Munich Startup).Neben der Hauptbühne hat die Bits & Pretzels – wie sollte es anders sein – auch in diesem Jahr mehrere Nebenbühnen, auf denen sich die BesucherInnen über die verschiedensten Themen informieren können. Auf der sogenannten „Money Pit Stage“ etwa dreht sich alles um bewährte Finanzierungs- und Finanzstrategien. BranchenexpertInnen teilen innovative Finanzierungsstrategien und geben Einblicke in aktuelle Wirtschaftstrends. Und erfolgreiche Scaleups erzählen ihre Success Story und beantworten die Frage all jener, die sie wiederholen wollen. Wie etwa Aron Gelbard von Bloom & Wild (im Bild). Er erzählte in seinem Vortrag, wie das britische Floristik-Startup nicht erfolgreich sein Portfolio erweiterte – neben Blumen liefert es auch verschiedenste Geschenkartikel – sondern auch durch organisches Wachstum und Akquisitionen weitere Märkte erobern konnte, darunter auch Deutschland und Frankreich. (Bild: Munich Startup)Die Big Player der Zukunft trifft man auf der Bits & Pretzels natürlich an jeder Ecke – ihre Kompetenz ballen sie allerdings auf der „Soonicorn & Zebras Stage“. Die Bühne wirft ein Schlaglicht auf die wichtigsten Trendthemen, darunter Deeptech, Greentech und natürlich AI. Das Panel zur Künstlichen Intelligenz zeigt den Aufbau der Diskussionen exemplarisch: Moderiert von einem /einer BranchenexpertIn (hier links im Bild Frizzi Engler-Hamm, CEO des Munich Innovation Ecosystem), sprechen GründerInnen auf Augenhöhe. In diesem Fall diskutierten (von links) Isabel Poppek, CEO und Founder Alpas, Khaleeq Aziz, Founder & CEO, Genaios und Max Fischer, Founder & CEO von Deltia.ai, über die Frage, ob man in der EU noch kompetitiv KI entwickeln könne. Dabei zeichneten die drei ein gemischtes Bild: Während Regulierungen einerseits viel zusätzlichen Aufwand bedeutet, der die Entwicklung verlangsamt, kann sie andererseits auch Vorteile mit sich bringen. Denn auch US-Kunden wüssten europäischen Datenschutz zu schätzen. Ein großer Stolperstein bleibt jedoch: In Sachen Finanzierung kann sich die EU nicht mit den USA messen. (Bild: Munich Startup)
More like this
Related Articles to Read Next
Ecosystem
Munich Startup Recap 23/26
07.06.26
2 Min.
Ecosystem
Munich Startup Recap 22/26
31.05.26
2 Min.
Ecosystem
Munich Startup Recap 21/26
24.05.26
3 Min.
Ecosystem
Werde Teil unserer Munich Startup Award Jury!
20.05.26
2 Min.
Ecosystem
Mit Munich Startup zum eigenen Verkaufsstand beim Kinoliebe Open Air 2026