Munich Startup
Wie Akjumii Kreislaufwirtschaft ins Geschäftsmodell einwebt

Wie Akjumii Kreislaufwirtschaft ins Geschäftsmodell einwebt

Helen Duran

Helen Duran

Als Redakteurin ist die Wirtschaftsgeografin Helen Duran seit 2015 für Euch in der hiesigen Gründerszene unterwegs. Sie ist neugierig auf Eure spannenden Startup-Geschichten!

1. März 2024

3 Min. Lesezeit

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Akjumii?

Akjumii: Wir sind Michaela und Anna und haben 2012 das Slow-Fashion-Label Akjumii gegründet. Wir machen wandelbare Mäntel: Die 3in1 Coats können als Jacke, Weste oder Mantel getragen werden und lassen sich mit abknöpfbaren „add ons“ immer wieder neu gestalten. Die ‚Akjumii Add Ons‘ sind zum Beispiel verschiedene Krägen, Saumverlängerungen oder Dekors.

Munich Startup: Wie bringt Ihr das Thema Kreislaufwirtschaft in Euer Geschäftsmodell ein?

Akjumii: Wir haben einen kostenfreien Reparaturservice und die Mäntel können jederzeit zu uns zurückgebracht werden. Dann reinigen und reparieren wir sie oder recyceln sie zu unseren ‚Add ons‘.

Unsere Mäntel können auch geliehen werden. Aus unseren Zuschnittresten, die wir durch digitalen Zuschnitt minimal halten, können wiederum ‚Add ons‘ geschaffen werden.

Wir setzen bei Kreislaufwirtschaft zudem stark auf modulare Systeme. Diese funktionieren von Wohnungsbau über Möbel und eben auch für Kleidung. Und alles, was an die momentanen Lebensumstände angepasst ist, bleibt unserer Meinung nach länger im Kreislauf.

Wieso Durchhaltevermögen für die Kreislaufwirtschaft wichtig ist

Munich Startup: Was können andere Startups von Euch lernen?

Akjumii: Nachhaltigkeit bereits im Design und bei der Geschäftsidee mitzudenken. Produkte zu schaffen, die bereits durch ihr Design wandelbar sind und somit länger im Kreislauf bleiben. Und sich als Startup auch immer überlegen, was passiert nach dem Verkauf eines Produktes? Wir finden: unsere Verantwortung endet nicht mit dem Verkauf.

Und generell: Dran bleiben! Als wir noch vor ein paar Jahren auf der „Munich Fabric Start“ all unsere potenziellen Zulieferfirmen nach der gesamten Lieferkette gefragt haben und nach allen Rohmaterialien, waren wir damit fast allein. Viele konnten es uns nicht beantworten. Mittlerweile ist das Thema wichtig geworden. Viele fragen nach, und Zulieferfirmen haben erkannt, dass es wichtig ist, den ganzen Lebenskreislauf eines Produkts zu kennen.

Akjumii: Bekanntheit ist unsere größte Herausforderung

Munich Startup: Was sind Eure aktuellen Herausforderungen?

Akjumii: Bekanntheit ist unsere größte Herausforderung. Wir sind mit der Marke und dem Produkt komplett ausgelastet. Damit die Verkaufszahlen aber nach oben gehen, müssten wir wahrscheinlich bekannter werden und daran zusätzlich zu arbeiten ist für uns ressourcenbedingt sehr schwer.

Munich Startup: Welche weiteren zirkulären Lösungen gibt es, die Ihr spannend findet?

Akjumii: Es gibt sehr viele spannende Materialinnovationen. Auch neue Vertriebswege wie Leihen oder Tauschen sind super. Außerdem ist es für uns sehr spannend, bereits Vorhandenes zu verwenden und zum Beispiel „Limited Editions“ aus alten Seidenblusen zu erstellen.

Auch technische Lösungen sind für uns sehr spannend. Zum Beispiel gibt es bei unseren Mänteln hunderte verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Und diese erst digital darzustellen und digitale Anprobiermöglichkeiten zu schaffen, wäre großartig und würde Kaufentscheidungen noch fundieren.

Munich Startup: Wo seht Ihr Euch in fünf Jahren?

Akjumii: Das Ziel ist es, die Aufklärung und die Verkaufszahlen so weit zu steigern, dass wir in allen Bereichen nach immer besseren (und nachhaltigeren) Lösungen forschen und weitere Designs und Produkte auf den Markt bringen können, die bestenfalls komplett recycelt und recycelbar sind. Somit könnten wir einen immer größeren Beitrag dazu zu leisten, dass die (Mode-)Welt achtsam mit Mensch und Natur umgeht.

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