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DeepIP kauft Patentmaker und macht München damit zur Deutschland-Zentrale

DeepIP kauft Patentmaker und macht München damit zur Deutschland-Zentrale

Bernd Heppel

Bernd Heppel

Bernd Heppel ist Online- und Multimedia-Redakteur bei Munich Startup. Er verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in digitalem Journalismus, Social Media, Content-Produktion und PR– unter anderem beim Burda Verlag und bei der Bavaria Fiction.

9. Juni 2026

3 Min. Lesezeit

DeepIP stärkt mit der Übernahme von Patentmaker seine Position im europäischen Markt für KI-gestützte Patentarbeit und baut seine Präsenz im DACH-Raum deutlich aus. Gleichzeitig erhält das Münchner Startup-Ökosystem einen weiteren internationalen KI-Anbieter mit lokaler Niederlassung.

Patentarbeit bleibt lokal – trotz globaler KI-Plattformen

Global skalierbare KI-Technologie und lokale Rechtsexpertise sollen strategisch verbunden sein. Während viele KI-Anwendungen auf standardisierte Prozesse setzen, argumentieren DeepIP und Patentmaker, dass Patentarbeit aufgrund unterschiedlicher Rechtsordnungen und Verfahrensweisen stark lokal geprägt bleibt.

Und genau deshalb ergänzen sich die beiden Unternehmen so wunderbar. Während DeepIP eine international etablierte KI-Plattform für Patentausarbeitung und Patentverfolgung einbringt, verfügt Patentmaker über tiefgehende Kenntnisse der deutschen und europäischen Patentpraxis.

Mehr als 34 Millionen Euro Finanzierung in weniger als neun Monaten

DeepIP hat sich rasch zur führenden KI-Plattform für Patentausarbeitung und -verfolgung in den USA und Europa entwickelt und zählt damit zu den am schnellsten wachsenden Legal-Tech-Unternehmen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben seit seiner Gründung innerhalb von weniger als neun Monaten mehr als 34 Millionen Euro (40 Millionen US-Dollar) Kapital eingesammelt.

Mehr als 400 Kanzleien und Unternehmens-IP-Teams zählt das Unternehmen inzwischen zu seinen Kunden, während es in 25 Jurisdiktionen auf fünf Kontinenten zum Einsatz kommt. Außerdem arbeitet DeepIP mit mehr als der Hälfte der 50 führenden nordamerikanischen IP-Kanzleien zusammen. Auf der Plattform wurden bereits über 25.000 Patentanmeldungen ausgearbeitet.

End-to-End-Plattform für den gesamten Patentlebenszyklus

Durch die Integration von Patentmaker erweitert DeepIP seine Plattform um zusätzliche Expertise für den europäischen Markt. Die kombinierte Lösung soll den gesamten Patentlebenszyklus innerhalb einer einzigen Plattform abbilden – von der Erfindungsoffenbarung und der Recherche zum Stand der Technik über die Patentausarbeitung, Einreichung und Patentverfolgung bis hin zur Nacherteilungsarbeit. Ziel ist es, sämtliche Arbeitsschritte in einer integrierten Umgebung zu bündeln und dadurch Prozesse effizienter zu gestalten.

München wird deutscher Standort von DeepIP

Für den Standort München bringt die Übernahme eine zusätzliche Bedeutung mit sich. DeepIP eröffnet seine deutsche Niederlassung in den Räumlichkeiten von Boehmert & Boehmert und verankert sich damit direkt im deutschen Patent- und Innovationsökosystem. Die europaweit tätige IP-Kanzlei gehörte zu den frühen Anwendern KI-gestützter Patentwerkzeuge und unterstützte die Entwicklung praxisnaher Anwendungen für Patentanwälte. Mit der Integration in DeepIP soll diese Zusammenarbeit fortgesetzt werden. Ziel ist es, juristische Expertise mit modernen KI-Werkzeugen zu verbinden und Patentprozesse effizienter zu gestalten.

Celia Wei, bislang Geschäftsführerin von Patentmaker, übernimmt die Verantwortung für das Deutschlandgeschäft von DeepIP. Gründer Dr. Matthias Hofmann wechselt als Mitgründer und Deutschland-Verantwortlicher zu DeepIP.

Laut DeepIP-CEO François-Xavier Leduc soll die Übernahme die Position des Unternehmens im europäischen Patentmarkt stärken und die Nähe zum Europäischen Patentamt (EPO) sowie zu den Anwendern der Technologie ausbauen:

„Deutschland ist das Innovationszentrum Europas – und gleichzeitig ein Markt mit außerordentlich hohen Ansprüchen. Was uns an PatentMaker beeindruckt hat, ist die Tiefe, mit der es bereits in die Arbeitsabläufe der Praktiker integriert ist. Von Praktikern für Praktiker entwickelt, innerhalb der Strukturen von Boehmert & Boehmert. Das ist nicht nur technologische Kompatibilität – es ist eine gemeinsame Überzeugung, wie sich Patentarbeit weiterentwickeln sollte. Nachdem wir bereits eine signifikante Marktdurchdringung in den USA und Frankreich erreicht haben, verankert uns die Übernahme von PatentMaker noch tiefer im EPO-Ökosystem. Gemeinsam bauen wir eine Plattform, die Patentfachleuten hilft, schneller zu arbeiten, effektiver zu kollaborieren und sich auf wertschöpfende Tätigkeiten über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu konzentrieren.“

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