Munich Startup
Quantum-Systems testet erfolgreich Transport von Notfallmedikamenten per Drohne

Quantum-Systems testet erfolgreich Transport von Notfallmedikamenten per Drohne

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

14. November 2023

2 Min. Lesezeit

Vor drei Jahren hat der Münchner Drohnenhersteller Quantum-Systems das Projekt Medintime ins Leben gerufen. Ziel war es, die Auslieferung von Notfallmedikamenten, wie etwa Gerinnungshemmern für Unfallopfer oder Antibiotika für PatientInnen, zu beschleunigen. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) mit insgesamt 961.624 Euro gefördert und fand neben dem Klinikum Ingolstadt auch die Ilmtalklinik Pfaffenhofen sowie den Landkreis Pfaffenhofen, die Technische Hochschule Ingolstadt und das Bayerische Rote Kreuz als Partner.

Mit Medintime wurde die Drohnentechnik in dem spezifischen Anwendungskontext der Medikamentenlieferung weiterentwickelt und ein standardisierter digitaler Prozess für die Auslieferung erarbeitet. In einem ersten Test hat das Fluggerät nun eine Strecke von gut 43 Kilometern – vom Klinikum Ingolstadt in die Ilmtalklinik Pfaffenhofen – in 38 Minuten zurückgelegt. Mit dem Auto kann diese Strecke, je nach Verkehrslage, doppelt so lange dauern. Damit konnten die Projektpartner zeigen, dass der schnelle und sichere Transport von Medikamenten per Drohne technisch machbar ist. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun die Basis für die zukünftige Versorgung mit Notfallmedikamenten unter Einsatz neuer Technologien bilden.

Als besondere Herausforderung bei dem Projekt galten die luftfahrtrechtlichen Voraussetzungen. Denn da der automatisierte Drohnenflug außerhalb der Sichtweite des Piloten stattfindet, müssen hier besonders strenge Vorgaben erfüllt werden.

„Deutschland ist an der Spitze dieser Entwicklung“

Bundesverkehrsminister Volker Wissing, dessen Haus Medintime fördert, sagt:

„Drohnen können Leben retten. Sie können der entscheidende Unterschied sein, wenn es darum geht, Menschen in entlegenen Gebieten schnell zu versorgen oder lebenswichtige medizinische Güter von A nach B zu bringen. Deswegen müssen wir als Industrienation technologieoffen sein – gerade mit Blick auf den Einsatz von Drohnen. Deutschland ist an der Spitze dieser Entwicklung. Wir wollen diese Vorreiterrolle beim unbemannten Fliegen weiter ausbauen. Ich werde alles dafür tun, dass Medikamenten-Transporte per Drohne schon bald im großen Stil möglich werden.“

Und Pierre Ulfig, Projektverantwortlicher Medintime bei Quantum-Systems, erklärt:

„Durch den Einsatz von Drohnen als Transportmittel könnten Notfallmedikamente künftig schneller und bedarfsangepasster transportiert werden. Gleichzeitig können die Umwelt geschont und Kosten gespart werden.“

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