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Diese vier Dinge sollten GründerInnen früh lernen – sagt Scale-Up-Coach Nico Reis

Diese vier Dinge sollten GründerInnen früh lernen – sagt Scale-Up-Coach Nico Reis

Kyrill Ring

Kyrill Ring

Kyrill Ring hat 15 Jahre lang als Live-Reporter fürs Fernsehen gearbeitet und ist seit Juli 2025 als Brand & Communications Manager bei Munich Startup tätig. Hier verantwortet er neben seiner Arbeit als Redakteur für die Webseite neue Formate wie den Videopodcast Pitch&People.

10. Februar 2026

1. Performance allein reicht nicht – Kultur entscheidet

Viele GründerInnen fokussieren sich zu Beginn fast ausschließlich auf Leistung. Für Scale-Up-Coach Nico Reis ist das zu kurz gedacht, wie er in unserem Videocast Pitch & People erklärt. Entscheidend sei nicht nur, wie gut jemand performt, sondern auch, wie gut diese Person zur Unternehmenskultur passt.

Reis arbeitet mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Modell: Menschen lassen sich entlang von Performance und kulturellem Fit einordnen. A-Player bringen beides mit und genau diese sollten Unternehmen gezielt halten und entwickeln. Besonders gefährlich seien jedoch sogenannte C-Player: fachlich stark, kulturell aber schwierig. Sie sorgen für Reibung, Konflikte und stellen oft genau die Menschen ein, die ähnlich ticken wie sie selbst – mit langfristigen Folgen für das gesamte Unternehmen.

Dein Gründungs-Tipp:
Hire for culture, train for skill. Fähigkeiten lassen sich lernen. Haltung und Werte kaum.

2. Core Values sind keine Wanddeko, sondern Spielregeln

„Core Values“ sind für viele Startups Buzzwords. Für Nico Reis sind sie das Gegenteil: ein operatives Führungsinstrument. Entscheidend sei, Werte nicht abstrakt zu formulieren, sondern sie in konkretes Verhalten zu übersetzen.

Sein Ansatz: Unternehmen sollten ihre Werte nicht demokratisch abstimmen, sondern aus der DNA des Gründungs- oder Führungsteams heraus definieren. Anschließend wird festgelegt, was „cooles“ und „uncooles“ Verhalten konkret bedeutet. Schriftlich, verbindlich, transparent. So entsteht eine gemeinsame Orientierung für Entscheidungen, Feedback und Führung.

Kultur entstehe nicht durch Wohlfühlparolen, sondern durch konsequentes Vorleben und klares Benennen von gutem wie schlechtem Verhalten.

Dein Gründungs-Tipp:
Kultur ist Chefsache. Wenn du sie nicht aktiv gestaltest, entsteht sie trotzdem. Nur nicht so, wie du willst.

3. Diese Aufgaben darf ein CEO nicht delegieren

Was ist eigentlich der Job eines CEOs? Für Nico Reis gibt es vier Aufgaben, die GründerInnen niemals vollständig abgeben sollten:

Erstens: die Unternehmenskultur festlegen. Zweitens: eine klare Vision definieren, ein Ziel, das Orientierung gibt und motiviert. Drittens: über das Budget entscheiden. Also darüber, wofür Geld ausgegeben wird und wofür nicht. Und viertens: das Führungsteam aufbauen und weiterentwickeln.

Gerade das Managementteam sei der größte Hebel für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens. Wer hier falsch besetzt oder Konflikte scheut, zahlt später einen hohen Preis.

Dein Gründungs-Tipp:
Du kannst vieles delegieren. Aber Kultur, Vision, Budget und dein Führungsteam nicht.

4. Umsatz ist nicht alles

Wachstum gilt in der Startup-Welt oft als Erfolgssiegel. Nico Reis warnt jedoch davor, Umsatzzahlen zu glorifizieren. Entscheidend sei nicht, wie viel ein Startup verkauft, sondern wie lange es liquide bleibt.

Ein Unternehmen kann Millionen umsetzen – und trotzdem scheitern, wenn Kosten und Zahlungsziele nicht sauber gemanagt sind. Für Reis ist der Cashflow das eigentliche „Lebensblut“ eines Startups. GründerInnen sollten daher genau prüfen, welche Verpflichtungen sie eingehen, wie schnell Rechnungen bezahlt werden und wo sich Zahlungsströme optimieren lassen.

Auch beim eigenen Gehalt plädiert er für Ehrlichkeit: Wer sein Geschäftsmodell nur durch Selbstausbeutung am Leben hält, baut kein tragfähiges Unternehmen und schon gar kein verkaufbares.

Dein Gründungs-Tipp:
Optimiere nicht nur auf Wachstum, sondern auf Liquidität. Ohne Cash ist jedes Startup schnell „Game Over“.

Nico Reis ist Unternehmer, Investor und Senior Coach bei Scale Up. 2009 gründete er selbst ein Startup, baute das Unternehmen mit externem Kapital auf, führte es zur Profitabilität und verkaufte es nach zwölf Jahren erfolgreich. Heute begleitet er GründerInnen und Führungsteams beim Aufbau skalierbarer Organisationen mit klarem Fokus auf Kultur, Führung und nachhaltiges Wachstum. Dabei bringt er seine eigenen Erfahrungen aus Unternehmertum, Coaching und Teamarbeit praxisnah ein.

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